Die Pläne der Verwaltung, die für die Landesgartenschau vorgesehenen Parkflächen dauerhaft zu versiegeln, stoßen beim Ortsverband und bei der Stadtratsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN auf deutliche Kritik.
Fehlende Konzepte und mangelnde Weitsicht
„Wir laufen Gefahr, wertvolle Flächen für ein ‚Phantombild‘ zu opfern“, erklärt das Ratsmitglied Mirko Knoche. Bisher bleibt die Verwaltung die Antwort schuldig, welche Veranstaltungen nach 2026 eine derart große Parkplatzkapazität rechtfertigen sollen. Ein schlüssiges Nachnutzungskonzept, dass die geplante Versiegelung begründet, liegt weiterhin nicht vor.
Besonders kritisch sehen die Grünen, dass es keinen Ratsbeschluss gibt, der den Verbleib der Parkflächen nach der Landesgartenschau ausdrücklich vorsieht. Die aktuellen Planungen der Verwaltung stehen damit im klaren Widerspruch zu einer demokratisch getroffenen Entscheidung. In einer Kommune legt die Politik die grundlegende Richtung fest, die Verwaltung ist an diese Beschlüsse gebunden und setzt sie um.
Mit der geplanten Verstetigung der Parkflächen wird jedoch faktisch vorausgesetzt, dass die Mehrheitsparteien CDU und SPD bereit sind, diesen Ratsbeschluss aufzuheben und einer dauerhaften Versiegelung wertvoller Flächen zuzustimmen.
Aus Sicht der Grünen sprechen zudem mehrere sachliche Gründe gegen die dauerhafte Anlage der Parkplätze:
- Kein echter Zeitvorteil: Der Fußweg von den geplanten Flächen bis zum Haus Kassel beträgt ca. 1 km. Das ist kaum kürzer als der Weg vom bereits bestehenden Parkplatz am Hallenbad.
- ÖPNV-Potenziale bleiben ungenutzt: Das neue ÖPNV-Konzept des Landkreises wurde in der Planung bislang nicht ausreichend berücksichtigt. Bevor neue Flächen dauerhaft versiegelt werden, müssen nachhaltige Mobilitätslösungen Vorrang haben.
- Ungeklärte Rechtslage: Es ist politisch höchst fragwürdig, eine dauerhafte Anlage zu planen, solange die Besitzverhältnisse der notwendigen Rechtsabbiegespur noch völlig ungeklärt sind.
Auch das Argument, die Parkplätze seien für den Deister-Tourismus oder künftige Großveranstaltungen unverzichtbar, greift aus Sicht der Grünen zu kurz. „Wer den Deister erleben möchte, sucht Natur – keinen Asphalt. Nachhaltiger Tourismus setzt auf Park-and-Ride-Lösungen, einen gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehr und intelligente Verkehrslenkung statt auf zusätzliche Flächenversiegelung“, so die Sprecherin des Grünen Ortsverbandes in Nenndorf Svenja Kramer.
„Eine Landesgartenschau sollte nachhaltig sein und positiv in Erinnerung bleibt – und kein dauerhaftes Erbe aus grauen Parkplatzflächen hinterlassen“, das mit der Zerstückelung des Landschaftsschutzgebietes einhergeht“, betont die Co-Sprecherin des Grünen Ortsverbandes Jennifer Ritschel. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern die Verwaltung daher auf, den bestehenden Ratsbeschluss zu respektieren, den Rückbau der Parkplätze und die Mobilitätswende in Bad Nenndorf konsequent umzusetzen.